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DEUFRAKO
1978 - 1998

Jean-Claude
GAYSSOT
Minister für Ausrüstung, Wohnungen und
Transport
(Frankreich)
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20 Jahre DEUFRAKO Deutschland
und Frankreich stehen aus mehreren Gründen im
Zentrum der europäischen Bahnlandschaft.
Geographisch werden unsere beiden Länder von den
Nord-Süd- und Ost-West-Verkehren durchquert.
Beide Länder verfügen über umfangreiche
Bahnnetze, ihre Bahngesellschaften sind äusserst
aktiv. Die Bahnindustrien dies- und jenseits des
Rheins zählen zu den leistungsfähigsten.
Beide
Länder sind also dazu berufen, im Bereich der
technologischen Innovation Initiativen zu
ergreifen. Zur Kompatibilität der Systeme muss
in bestimmten Bereichen gemeinsame Forschung
betrieben werden. Das ist der Anlass dieser unter
dem Namen DEUFRAKO bekannten Zusammenarbeit
zwischen dem deutschen Ministerium für Forschung
und dem französischen Ministerium für Verkehr.
Seit
ihrer Gründung vor zwanzig Jahren hat die
DEUFRAKO-Kooperation ihre Wirksamkeit dadurch
gezeigt, daß sie Technologieentwicklungen
vorangetrieben hat, die sich weltweit
durchgesetzt haben. Als Beispiel möchte ich das
Betriebsleitsystem erwähnen, das den langen
Werdegang einer Entwicklung in diesem Bereich
deutlich zeigt. 1989 wurden das französische
Programm ASTREE und das deutsche Programm DIBMOF
im Rahmen von DEUFRAKO unter dem Namen ARTEMIS
zusammen gefaßt . 1993 wurde dieses Programm in
das europäische Projekt ETCS, das zum
ERTMS-Vorhaben führte, integriert. ERTMS ist
bereits weit fortgeschritten; bis zum Jahr 2000
werden Tests im Anwendungsmaßstab durchgeführt.
Heute werden die Spezifikationen aus diesem
Projekt als weltweiter Standard anerkannt.
Ich
freue mich, daß DEUFRAKO den Bahnbetreibern und
den Firmen schon seit zwanzig Jahren die
Möglichkeit bietet, sich im Rahmen der
gemeinsamen Bearbeitung von Forschungsthemen
kennenzulernen und sich zu verstehen. Diese
Zusammenarbeit ist notwendiger denn je, damit
sich in Europa das Hochgeschwindigkeitsnetz und
der kombinierte Verkehr, aber auch ganz allgemein
ein intelligentes, intermodales Verkehrssystem
entwickeln können.
Alle
Länder der europäischen Gemeinschaft sind sich
heute einig, daß die Entwicklung des
Bahnverkehrs die einzige glaubwürdige Antwort
auf die Herausforderung einer dauerhaften
Verkehrsentwicklung ist. Auch wenn es eine
Debatte über die Art und Weise, dies zu
realisieren, gibt, so sollte meines Erachtens
für alle eindeutig sein, dass diese Entwicklung
eine verstärkte Zusammenarbeit der Unternehmen
und der Bahnen in Europa erfordert.
In
diesem Sinne freue ich mich ganz besonders über
die Perspektiven einer Erweiterung dieser
Kooperation auf den Nahverkehr und auf die
Entwicklung des europäischen
Güterverkehrsnetzes. Ich wünsche DEUFRAKO zum
Nutzen aller viel Erfolg beim Marsch auf den in
dieser Broschüre aufgezeigten Wegen.
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Dr. Jürgen
RÜTTGERS
Bundesminister für Bildung, Wissenschaft,
Forschung und Technologie
(Deutschland)
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Die
großen Chancen der Integration Europas und der
Öffnung der osteuropäischen Länder am Ende des
20. Jahrhunderts bringen auch erhebliche
Herausforderungen für den europäischen Verkehr.
Die vorhandenen Verkehrssysteme müssen
europäisch weit besser vernetzt, die
kapazitätsbedingten Schwachstellen beseitigt,
die Interoperabilität zwischen den nationalen
Verkehrssystemen erhöht und dabei das
Gesamtverkehrssystem insgesamt auf dem hohen
Qualitätsniveau erhalten werden, das Deutschland
und Frankreich als Wirtschaftsnationen mit hoher
Lebensqualität und Mobilität auszeichnet.
Die
Verkehrsforschung leistet hierzu ihren Beitrag,
in dem sie hilft:
- den
Verkehrsfluß zu verbessern und überflüssigen
Verkehr zu vermeiden
- den Verkehr auf energetisch und ökologisch
günstigere Verkehrsmittel zu verlagern
- die Kapazitäten der vorhandenen Infrastruktur
besser zu nutzen und
- eine individuelle und zugleich aber
umweltgerechte Mobilität zu sichern.
Auf
diesem wissenschaftlich und wirtschaftlich
bedeutendem Gebiet der Verkehrsforschung kann nur
ein gemeinsames Vorgehen zum Erfolg führen.
Im
Rahmen der deutsch-französischen Kooperation auf
dem Gebiet des spurgebundenen Verkehrs (DEUFRAKO)
fördert daher das Bundesministerium für
Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie
in Kooperation mit dem französischen
Verkehrsministerium seit 1978 die Entwicklung von
Hochgeschwindigkeitstechnologien, einschließlich
Untersuchungen zu deren ökonomischen,
betrieblichen und ökologischen Wirkungen.
Auf der Grundlage
der in DEUFRAKO erzielten Ergebnisse und des in
der langen Zeit der Zusammenarbeit gewonnenen
gegenseitigen Verständnis und Vertrauen haben
die Deutsche Bahn und die SNCF zusammen mit der
Bahnindustrie gemeinsame Vorschläge für
Entwicklungen und Standards in die Gremien der
Europäischen Union eingebracht. Der
grenzüberschreitende Hochgeschwindigkeitsverkehr
zwischen Deutschland und Frankreich wird damit
auf Ergebnisse von DEUFRAKO zurückgreifen.
Mit der von der
DEUFRAKO gesteuerten Entwicklung von Grundlagen
für eine europäische Betriebsleittechnik wurde
demonstriert, wie Forschung, Industrie und
Betreiber erfolgreich zusammenwirken und wie
technologische Innovationen schnell und effektiv
zur Anwendung gebracht werden können.
Deutschland und Frankreich verfügen über
innovative Forschungszentren und bedeutende
Industrieunternehmen, um diese strategische
Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Damit haben
die beiden Volkswirtschaften gute Chancen auf dem
Weltmarkt.
Ich
wünsche der DEUFRAKO ein weiterhin erfolgreiches
Wirken zur Verbesserung des
grenzüberschreitenden Verkehrs zwischen
Deutschland und Frankreich und noch viele Jahre
gute Zusammenarbeit.
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 Dr.
Günter MARX
Leiter des Referates Mobilität und Verkehr im
Bundesministerium für bildung, Wissenschaft,
Forschung und Technologie
(Deutschland)

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Der internationalen
Kooperation kommt im Rahmen der Entwicklung,
Planung und Einführung von modernen
spurgeführten Verkehrssystemen im europäischen
Bereich eine zentrale Bedeutung zu. Die
Erkenntnisse, die technologischen Möglichkeiten
und die verfügbaren Finanzmittel der beteiligten
Länder können so im Sinne von Synergieeffekten
effizienter eingesetzt werden. Seit dem Jahr 1978 besteht
zwischen dem BMBF und dem französischen
Verkehrsministerium mit DEUFRAKO eine
technisch-wissenschaftliche Kooperation
einschließlich begleitender Planungsarbeiten auf
dem Gebiet moderner spurgeführter
Verkehrstechnologien. Hierbei werden sowohl
bestehende Verkehrstechnologien weiterentwickelt
als auch Systeme mit neuer Technologie
untersucht. Die Arbeiten werden gemeinsam von den
Forschungsabteilungen der Deutschen Bahn AG und
der SNCF, zusammen mit der Bahnindustrie und
Hochschulinstituten beider Länder unter
paritätischer finanzieller Beteiligung der
beiden Ministerien durchgeführt und von der
Deufrako-Plenumsgruppe gesteuert. Die
Plenumsgruppe trifft sich ein- bis zweimal
innerhalb eines Jahres mit wechselnden
Veranstaltungsorten in Deutschland und
Frankreich.
Für jedes Projekt
wird von den beiden Ländern ein verantwortlicher
Vertreter benannt. Die Projektbeauftragten sind
verantwortlich für die Durchführung der
Aufgaben und das Erreichen der in der
Projektvereinbarung gesetzten Ziele und sind die
Verbindungsstellen zwischen den Partnern. Die
Ergebnisse werden in mehrsprachigen Endberichten
dokumentiert und veröffentlicht.
Seit Beginn der
DEUFRAKO wurden 18 gemeinsame Projekte
bearbeitet. Es wurden eine Reihe von bilateralen
Technologieprojekten auf Industrieebene
realisiert, deren Ergebnisse in das
TRANSRAPID-Forschungsprogramm einfließen konnten
und z.B. zur Dimensionierung des Linearmotors und
der Elektromagnete dienten. Aerodynamische und
schalltechnische Verbesserungen, die die
Umweltfreundlichkeit der Bahn erhöhen werden,
fanden Eingang in die Entwicklung der
Hochgeschwindigkeitszüge ICE und TGV. Die enge
Zusammenarbeit in DEUFRAKO zwischen Siemens und
GEG Alsthom hat u.a. mit dazu beigetragen, daß
die beiden Firmen im Ausland den ICE und den TGV
gemeinsam anbieten.
In den letzten
Jahren wurden zwischen den beiden Bahnunternehmen
verstärkt solche Projekte durchgeführt, die das
Ziel hatten, eine bilaterale Basis für spätere
europäische Forschungsprojekte (z.B. im 4.
Rahmenprogramm der EU) zu legen und deren
Ergebnisse gemeinsam in die Standardisierung
durch europäische Gremien eingebracht werden.
Dies gelang besonders erfolgreich mit dem
Europäischen Betriebsleitsystem (Anhang M),
dessen Ergebnisse wesentlich durch die nationalen
Projekte DIBMOF und ASTREE geprägt wurden und
das ab 2000 als ERTMS europaweit eingeführt
werden soll. Ein Beispiel für ein in die Zukunft
weisendes Projekt ist die Vorentwicklung eines
supraleitenden Transformators für Lokomotiven
und Triebköpfe zur Energieversorgung und
Gewichtsreduzierung. Dies ist europaweit die
erste Anwendung der Supraleitung in der
Starkstromtechnik für große Leistungen.
Zusammenfassend
kann festgestellt werden, daß DEUFRAKO eine gute
Plattform darstellt, damit die Bahnen und
Industrie sich auf europäischem Niveau im
stärker werdenden Wettbewerb behaupten können.
Zwischen den
Mitgliedern der DEUFRAKO besteht ein lang
gewachsenes, freundschaftliches Verhältnis, das
für die Zusammenarbeit zweier Mitgliedsstaaten
in der Europäischen Union beispielgebend ist.
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 Pr.
Edouard BRIDOUX
Directeur
Général de l'Institut Natinoal de Recherche sur
les transports et leur Sécurité
(France)

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Zwanzig Jahre deutsch-französische
Zusammenarbeit im Bereich der Hochgeschwindigkeit
von Bahnen im Rahmen von DEUFRAKO unter der
Schirmherrschaft des deutschen
Forschungsministeriums und des französischen
Verkehrsministeriums haben zu starken Banden
zwischen Betreibern, Industrie und Wissenschaft
beider Länder geführt, die nicht zuletzt dazu
beitrugen, unsere Eisenbahntechnologie auf
allerhöchstes Weltniveau zu heben. Seit Beginn dieses
Programms durchlebte das Forschungsinstitut
INRETS, das ich nunmehr seit zwei Jahren leite,
einen tiefgreifenden Wandel, insbesondere wurde
es zu einem öffentlich-rechtlichen Institut für
Forschung und Technologie umgewandelt und
untersteht als solches sowohl dem Verkehrs- als
auch dem Forschungsministerium. Ferner wurden die
Forschungsthemenbereiche auf den gesamten
Landverkehr sowie teilweise andere
Verkehrsträger ausgeweitet.
Doch auch die Welt
der Eisenbahn und Industrie veränderte sich
stark mit der Bildung internationaler
Gruppierungen, der Öffnung der Bahnen und der
Trennung von Eisenbahnbetrieb und Infrastruktur.
Unser Institut
blieb dabei immer bemüht, sein Know-how im
Bereich des spurgeführten Verkehrs, sowohl was
die sozio-ökonomische Analyse der Bahnen, als
auch die Dynamik der Bahnen, Leistungselektronik,
Lärm, Zugsicherung und Zugsteuerung, Signalwesen
und Kommunikations- und Informationstechnologien
betrifft, auf dem hohen Niveau zu halten, wobei
dies alles Kernthemen der Zusammenarbeit im
Rahmen des DEUFRAKO-Programms sind.
Durch diese
einmalige und beispielhafte Zusammenarbeit wurde
nicht nur ein gegenseitiges Verständnis unseres
jeweiligen institutionellen und industriellen
Umfelds, sondern auch ein wissenschaftlich und
technologisch fortschrittliches Netzwerk
aufgebaut, das unsere beiden Länder auf der
internationalen Bühne konkurenzfähiger macht.
Diese Kooperation
wird weitergeführt und es werden neue, den
künftigen Herausforderungen des europäischen
Verkehrsmarktes entsprechende Themen hinzukommen,
mit denen Interoperabilität, Intermodalität,
dauerhafte Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit
der Systeme der Zukunft verbessert werden.
Seit der
Unterzeichnung des Vereinbarungsprotokolls von
1997 wurde die Kooperation bereits auf den
öffentlichen Nahverkehr und die Intermodalität
im Personen- und Güterverkehr ausgeweitet.
Weitere
Überlegungen werden zu einem sauberen,
wirtschaftlichen und intelligenten Transport der
Güter führen. Jetzt gilt es, gemeinsam über
ein globaleres Vorgehen, einen systemorientierten
Ansatz nachzudenken, in dem beispielsweise der
Schienengüterverkehr, zusammen mit Straße und
Seeverkehr, ein Element der Logistikkette
darstellt.
Sicherlich
beeinflußt auch die unglaublich schnelle
Entwicklung der Informations- und
Kommunikationstechnologien unsere Überlegungen
im Bereich des fahrzeugseitigen Datenaustauschs
bzw. zwischen den Fahrzeugen und ortsfesten
Einrichtungen, die den intelligenten
spurgeführten Verkehr vorbereiten.
Mit DEUFRAKO
schufen unsere beiden Länder ein effizientes
Gremium für den Dialog, den Gedanken- und
Erfahrungsaustausch, der aufrechterhalten und
weitergeführt werden muß und sicherlich auch
den Grundstock für eine noch breitere
Kooperation bilden kann, aufbauend auf den
Programmen PREDIT in Frankreich und MOBILITÄT in
Deutschland.
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Michael WITTBMBF
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Geleitwort zum
DEUFRAKO-Sekretariat
Die
projektmäßige und organisatorische
Durchführung der Kooperation sowie die
Vorbereitung und Durchführung von Sitzungen und
Seminaren wird durch die Einschaltung zweier
DEUFRAKO-Sekretariate wahrgenommen und
unterstützt. Neben der Zuarbeit für die
politischen Gremien sind die Sekretariate auch
für die Durchführung und Koordination von
DEUFRAKO-Projektvorschlägen für Wirtschaft und
Wissenschaft tätig.
Auf französischer
Seite sind die Unterstützungsaktivitäten beim
Großforschungsinstitut INRETS gebündelt, auf
deutscher Seite wird das Sekretariat von der
Firma Dornier SystemConsult geleitet. Diese
Einrichtung hat sich zur Unterstützung der
Aktivitäten auf Regierungsseite und bei der
Fortschreibung des DEUFRAKO-Programmes bestens
bewährt.
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 Dietmar LÜBKE
Bereichsleiter
am Forschungs- und Technologiezentrum der
Deutschen Bahn AG
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Die
deutsch/französische Kooperation DEUFRAKO aus
Sicht der DB und der SNCF
Europa wächst
zusammen - in dieser Epoche hat die
deutsch-französische Kooperation ihren Platz
gefunden. Forschungspartner haben DEUFRAKO als
Brücke zwischen nationalen und europäischen
Forschungsprojekten des spurgeführten Verkehrs
verstanden und genutzt.
Der
Wettbewerbsdruck auf die Eisenbahnen Europas
nimmt ständig zu. Um ihm begegnen zu können,
müssen sich die Bahnen zu modernen
Dienstleistungsunternehmen wandeln und mit dem
Einsatz neuer wettbewerbsfähiger Technologien
den Kundenwünschen gerecht werden.
Entscheidende
Erfolgskriterien hierfür sind neben deutlich
günstigeren Kostenstrukturen vor allem ein
dauerhaft hohes Maß an Qualität,
Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und
Umweltverträglichkeit.
Das
"System" Bahn muß einfacher, flexibler
und produktiver werden, erheblich
kostengünstiger als heute produzieren und sich
besser als bisher dem Wandel der Strukturen und
Bedürfnisse des Marktes anpassen.
Die strategischen
Ansätze und Ziele hierfür sind:
- neue Märkte
durch deutliche Sprünge im
Preis-Leistungsverhältnis zu gewinnen
und
- eine
deutliche Effizienzsteigerung durch
Erhöhung der Leistung bei gleichzeitiger
Reduzierung der eingesetzten Ressourcen.
Zur Unterstützung
dieser Zielerreichung hat die Deutsche Bahn eine
FE-Strategie entwickelt, die als wesentlichen
Baustein auch eine Kooperation mit kompetenten
Bahnen einschließt. Im Mittelpunkt steht hier
die deutsch/französische Kooperation DEUFRAKO
zwischen der SNCF und der DB AG als strategische
Komponente.
Dank der
finanziellen aber auch fachkompetenten
Unterstützung durch das deutsche
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft,
Forschung und Technologie sowie die französische
Staatsregierung sowie einer von beiden Bahnen
tatkräftig getragenen Kooperation konnten in den
vergangenen 20 Jahren DEUFRAKO Ergebnisse erzielt
werden, die einen wesentlichen Beitrag zur
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beider
Bahnen leisten.
Hervorzuheben aus
dem umfangreichen Themenkatalog der DEUFRAKO sind
insbesondere die in Form sog.
"Anhänge" durchgeführten Projekte
- Entwicklung
eines Betriebsplanungsmodells (Anhang L),
dessen kommerzielle Schwelle inzwischen
erreicht worden ist, so daß nunmehr
jeweils die nationale Fortführung der
Arbeiten möglich ist,
- Vergleichende
Schalluntersuchungen für den
Hochgeschwindigkeitsverkehr (Anhang K2),
- Entwicklung
neuer Betriebsleittechnologien (Anhang
M), dessen Ergebnisse Basis für das
einheitliche europäische
Betriebsleitsystem ERTMS sind.
Die Erfolge der
Kooperation werden insbesondere deutlich:
- in der
gemeinsamen Erarbeitung neuer
Erkenntnisse und neuen Wissens,
- im
Einschlagen neuer Lösungswege, auch als
Wegbereiter in Europa,
- in einem
intensiven Wissens- und
Technologietransfer zwischen den beiden
Bahnen,
- in gemeinsam
von beiden Bahnen getragenen Risiken bei
der Entwicklung und Erprobung neuer
Produkte und Technologien,
- in einer
Erweiterung des Marktes für Bahnprodukte
mit Nutzung des damit erreichbaren Preis-
und Leistungswettbewerbs,
- im
gemeinsamen Ausnutzen bestehender
Standards.
Großes
technologisches Entwicklungspotential besteht
nach wie vor bei beiden Bahnen im Bereich des
Güterverkehrs. Dabei geht es vordringlich um die
volle Nutzung der Dimensionierungsgrößen des
Güterverkehrs mit den Schlüsselfragen
Lichtraumprofil, maximal zulässige Achslasten
und Zuglängen. Darüber hinaus ist eine
Flexibilisierung des Produktionsmittels
"Zug" dringend geboten. Und nicht
zuletzt muß eine konsequente Kundenorientierung
im Vordergrund stehen.
An diesen
Erfordernissen sollten sich die künftigen
Aktivitäten in der DEUFRAKO orientieren.
Entsprechende Projekte beider Bahnen liegen vor,
wie z.B. "Frachtexpreß" (Anhang O),
"Satellitenortung" (Anhang P) zur
Fahrzeug- und Sendungsverfolgung aber auch als
Schlüsselkomponenten für einen automatisierten
Betrieb. Die aus Wettbewerbsgründen notwendige
Interoperabilität erfordert auch die gemeinsame
Entwicklung, Erprobung und Einführung
entscheidender Schlüsselkomponenten wie eine
automatische Zugkupplung, einer elektronisch
gesteuerten Bremse, eines einheitlichen
Zugbussystems und der Mehrfachfunkfernsteuerung
zum Fahren schwerer und überlanger Güterzüge.
Da diese Themen
nicht isoliert betrachtet werden können,
erarbeiten die beiden Bahnen derzeit einen
Projektvorschlag "Güterwagen der nächsten
Generation".
20 Jahre DEUFRAKO
zeigen, daß diese Kooperation von hohem Nutzen
nicht nur für die beiden Partnerbahnen SNCF und
DB AG sondern auch für alle anderen Bahnen ist.
Dies sollte Grund genug sein, diese Kooperation
auch in den nächsten 20 Jahren unvermindert
weiterzuführen.
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 Georges DOBIAS
Ingénieur
Général des Ponts et Chaussées
STP
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EINLEITUNG
Warum
DEUFRAKO ? Was ist DEUFRAKO ?
Vor zwanzig Jahren
entstand auf Initiative des Präsidenten der
Französischen Republik, Valéry GISCARD
DESTAING und des Bundeskanzlers der
Bundesrepublik Deutschland, Helmut SCHMIDT, eine
Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklung von
bodengebundenen Hochgeschwindigkeitssystemen.
Es wäre falsch zu
behaupten, daß die DEUFRAKO-Kooperation leicht
war. Trotz des politischen Willens konnten auf
Grund unterschiedlicher Interessen der Firmen und
der Bahngesellschaften die guten Themen und vor
allen Dingen der gute Arbeitsrhythmus nicht
sofort gemeinsam gefunden werden.
Da ich die
Gelegenheit hatte, den französischen Teil
zweimal zu Beginn der Kooperation und danach
wieder ab 1985 zu moderieren, kann ich die
günstige Entwicklung dieser Kooperation bezeugen
: Erstellung gemeinsamer Projekte, wachsende
Bedeutung dieser Projekte, Vergleich
verschiedener Hochgeschwindigkeitstechnologien
(Rad/Schiene- und Magnetschwebetechnik),
Erweiterung der Kooperation auf die deutsche und
die französische Industrie, Vertiefung des
Vergleiches der DB- und SNCF-Betriebsmodelle.
Die
Kooperationsthemen und deren Ergebnisse stehen in
dieser Broschüre. Darüber hinaus hat die
DEUFRAKO-Gruppe zu einem besseren Verständnis
der Menschen, deren Arbeitsweisen und deren
wirtschaftlichem Umfeld geführt. Und das ist das
wichtigste, denn die gemeinsame Arbeit gilt nur
soviel wie die Qualität des Vertrauens innerhalb
der Teams, die zusammenarbeiten.
Ich wünsche, dass
die DEUFRAKO zu einem Katalysator des
europäischen Vorgehens im Bereich der
bodengebundenen Verkehrsmittel oder auch anderer
Verkehre wird, so wie dies bereits beim
europäischen Betriebsleitsystem der Fall war.
"Alles
Gute für die Zukunft von DEUFRAKO"
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DIE GROSSEN KOOPERATIONSTHEMEN |
 Eckhard KUHLA
Deutsche
Bahn AG
|
I - Kooperation zum
technisch-wirtschaftlichen Vergleich von
Hochgeschwindigkeitssystemen (Anhänge A1, A2, L)
Bild 1 Bild 2 Bild 3
Das erste
Kooperationsprojekt im Rahmen von DEUFRAKO
(Anhang A) bestand in dem Vergleich der
kontaktbehafteten bzw. berührungsfreien
Hochgeschwindigkeitssysteme auf der Verbindung
Paris - Frankfurt unter Berücksichtigung von
technischen und wirtschaftlichen Aspekten.
Der erste Teil des
Anhanges A wurde 1978 begonnen. Er betraf den
Vergleich der Infrastrukturkosten einschließlich
der ortsfesten Anlagen in Frankreich für die
Systeme AEROTRAIN in Luftkissentechnik und TGV in
Rad-Schiene-Technik und in Deutschland für die
Systeme ICE in Rad-Schiene-Technik und TRANSRAPID
in Magnetschwebetechnik. Da in Frankreich das
AEROTRAIN-System aufgegeben wurde, hatte man es
nicht mehr in den Vergleich mit einbezogen.
Um die
Investitionskosten so realistisch wie möglich
einzuschätzen, wurde die Strecke Paris -
Frankfurt konkret nach den in den betroffenen
Ländern geltenden Richtlinien unter Heranziehen
der von den Bahnunternehmen verwendeten Verfahren
trassiert. Der Wahl der Verbindung Paris -
Frankfurt lag dabei nicht die Absicht einer
konkreten Investition zugrunde. Sie bot vielmehr
die Möglichkeit, in den betroffenen Regionen
repräsentative Trassierungsbedingungen für den
europäischen Raum zu bieten.
Die Gesamtkosten
der Strecke Frankfurt/Main (Flughafen) - Paris
(Charles de Gaulle Flughafen) einschließlich der
Haltebahnhöfe zeigten, was die freie Strecke
anbelangte, unterschiedliche Kosten je System :
bei einem direkten Vergleich muß jedoch
berücksichtigt werden, daß die
Zwischenbahnhöfe der TGV- und der ICE-Strecken
in der Mitte der Städte lagen, diejenige des
TRANSRAPID sich dagegen am Stadtrand befanden.
Nach Beseitigung
der Verfahrensunterschiede wurden zunächst die
sehr unterschiedlichen Gesamtinvestitionskosten
der 300 km/h schnellen TGV- und ICE-Systeme im
Rahmen der Kooperation unter Berücksichtigung
der Neubaustrecken in Frankreich und in
Deutschland weitgehend einander angeglichen. Der
Rest hing letztendlich von der in Frankreich und
in Deutschland unterschiedlichen
Bevölkerungsdichte und Flächennutzung ab. Die
TGV-Kosten waren niedriger, weil auf
französischem Gelände der Erwerb der
Grundstücke billiger, die Anzahl von
Brückenbauwerken aufgrund der
Flurbereinigungsgesetze niedriger und die
Bauarbeiten auf Grund der nationalen Gesetzgebung
billiger waren. Wenn beide Länder - jedes auf
seinem eigenen Gebiet - die Strecke zusammen
bauen würden, dann lägen die Baukosten
vermutlich zwischen beiden Kostenschätzungen.
Was den TRANSRAPID
anbelangt, so hat die Bevölkerungsdichte und die
Flächennutzung aufgrund des grösstenteils
aufgeständerten Fahrweges einen geringeren
Einfluss. Die Investitionskosten waren insgesamt
höher als bei beiden Rad-Schiene-Systemen und
zwar wegen der höheren Geschwindigkeit von 400
km/h und den damit zusammenhängenden Mehrkosten,
was zusätzliche Kosten für Bau und
Stromversorgung verursachte.
Anhang L
Der zweite Teil
des Anhanges A begann 1984. Dabei ging es um den
Vergleich der Betriebskosten der oben genannten
Systeme. Der Ausdruck "Betriebskosten"
umfasst in diesem Fall die
Betriebsführungskosten, die
Instandhaltungskosten und die Kapitalkosten
(Zinsen und Abschreibung) der Fahrzeuge. Die
Betriebskosten wurden auf Grund von Annahmen zur
Verkehrsnachfrage und zum Verkehrsangebot, sowie
zur Betriebsoptimierung auf dem betrachteten
Streckenmodell Paris - Frankfurt ermittelt. Diese
Arbeiten führten zur Bestimmung eines
gemeinsamen Verfahrens zur Berechnung der
Einheitsbetriebskosten für bodengebundene
Hochgeschwindigkeitssysteme, und zur Entwicklung
eines EDV-gestützten Betriebsmodelles (SIMECO)
zur Aufstellung von Betriebsprogrammen für die
Ermittlung der gesamten Betriebskosten.
"Unter
Verwendung der gemeinsam entwickelten Instrumente
können beide Bahnen ihr Angebot besser planen.
Des weiteren wurde ein bedeutender Schritt in
Richtung schnellerer und wirtschaftlicherer
Durchführung von Machbarkeitsstudien zur
internationalen Vermarktung von
Hochgeschwindigkeitsverkehrssystemen
gemacht."
Wegen den hohen
Investitionen bei Neubaustrecken und neuen
Fahrzeugen, aber auch durch die langen
Bauarbeiten, muss langfristig geplant werden. Der
sorgfältige Vergleich der Betriebskosten, sowie
der wirtschaftlichen und sozio-ökonomischen
Vorteile der verschiedenen Varianten, untermauern
die Entscheidung zum Bau einer Neubaustrecke bzw.
zum Ausbau einer klassischen Strecke. Die zu
diesem Thema im Rahmen des Anhanges A erzielten
Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit, ein
gemeinsames integriertes Modell zur Planung des
Betriebes zu entwickeln. Diese Arbeiten liefen im
Rahmen des 1988 begonnenen Anhanges L.
Sie bestanden in
der Integration zweier Betriebskonzepte zu einem
gemeinsamen, sogenannten deutsch-französischen
"Instrumentarium" : einerseits das in
Frankreich überwiegend zugrunde gelegte
Betriebskonzept, das nachfrageorientiert arbeitet
(SIMECO, MATISSE, SIMEX), andererseits das in
Deutschland zugrundegelegte Betriebskonzept, das
angebotsorientiert ist (PLAN, INTEGPLAN).
"Folgende
große Projekte werden von dem integrierten
Betriebsmodell aus DEUFRAKO profitieren: die neue
Hochgeschwindigkeitsverbindung durch die Alpen,
verschiedene Projekte im Rahmen des Bahnbaus
Deutsche Einheit und die Transrapid-Verbindung
zwischen HAMBURG und BERLIN".
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 Luitpold MILLER
THYSSEN
Transrapid System GmbH

Régis
LARDENNOIS
MATRA
Transport International
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II - Kooperation auf dem
Gebiet der Magnetbahntechnologie (Anhänge B, C, G, E, J)
Bild 4
Von 1978 bis 1989
wurden in der DEUFRAKO-Gruppe Arbeiten zur
Weiterentwicklung der Magnetbahntechnologie
durchgeführt.
In den Projekten
- Magnetversuche
(Anhang B)
- Linearmotor mit U-förmiger Reaktionsschiene
(Anhang C)
- Magnetspulen-Technologie (Anhang G)
wurden
Schlüsselkomponenten der Magnetschwebetechnik
bezüglich ihrer elektrischen, thermischen und
mechanischen Eigenschaften optimiert. Die
erzielten Entwicklungsergebnisse fanden
einerseits Berücksichtigung in der Transrapid
Entwicklung in Deutschland und führten
andererseits zu neuen Systemkonzepten im
Anwendungsbereich des schnellen Regionalverkehrs
mit Betriebsgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h.
Die Projekte
- Verkehrssystem
U-LIM-AS (Anhang E)
- STARLIM (Anhang
J)
wurden
durchgeführt, um die Auslegungs- und
Projektierungsverfahren für ein
Regionalverkehrssystem mit berührungsfreier,
elektromagnetischer Trag-, Führ- und
Antriebstechnik zu verifizieren und die
Systemeigenschaften am Beispiel der
Referenzstrecke AIX EN PROVENCE - MARSEILLE zu
quantifizieren.
a) Magnetversuche
(Anhang B)
Die Untersuchungen
haben gezeigt, daß sich mit dem vom IRT
entwickelten Rotationsmagnetprüfstand alle
Fragestellungen durch Messungen hinreichend genau
beantworten ließen.
Das herausragende
Ergebnis der Untersuchungen ist der Nachweis,
daß sich mit dem neuen Werkstoff MSH die
Tragkraft gegenüber den bisher üblichen ST37
bei sonst gleichen Parametern beträchtlich
erhöhen und die Bremswiderstände stark
reduzieren lassen.
Die überzeugenden
Ergebnisse führten zur Anwendung des
MSH-Materials sowohl im Fahrweg der Transrapid
Versuchsanlage im Emsland als auch als
Kernmaterial für die Führmagnete der Transrapid
Fahrzeuge.
b) Linearmotor mit
U-förmiger Reaktionsschiene (Anhang C)
Hier wurde ein
Berechnungsverfahren erarbeitet. Durch Vergleich
der berechneten Leistungsdaten mit
Meßergebnissen unterschiedlichst dimensionierter
Motoren konnte der Nachweis der ausreichenden
Genauigkeit des Berechnungsverfahrens für dessen
Nutzung zur Systemauslegung im
anwendungsrelevanten Parameterraum nachgewiesen
werden. Die Ergebnisse bestätigten auch die
empirisch ermittelten hervorragenden
Eigenschaften des asynchronen Linearmotors mit
U-förmiger Reaktionsschiene.
c)
Magnetspulen-Technologie (Anhang G)
In diesem
Kooperationsprojekt wurde eine neue Technik für
große Magnetspulen aus eloxiertem Aluminiumband
mit direkter Bewicklung des Magnetkerns
entwickelt. Die Ergebnisse lassen eine
wesentliche Verbesserung der thermischen
Querleitfähigkeit erkennen.
Eine weitere
Aufgabenstellung war die Untersuchung
unterschiedlicher Magnetkonfigurationen anhand
von Modellmagneten auf dem Rotationsprüfstand in
Vitry. Die Messungen zeigten, daß Magnete mit
E-förmigem Querschnitt und Rückenspulen
gegenüber E-Magneten mit innenliegenden Spulen
eine nur halb so große, durch Wirbelströme
hervorgerufene Bremskraft ausweisen, woraus ein
entsprechend geringerer Fahrwiderstand der
Magnetschwebefahrzeuge resultiert.
Verbesserte
Eigenschaften bezüglich Thermik, Regelbarkeit in
zwei Freiheitsgraden und Ausfallverhalten konnten
durch Versuche an Magneten in Originalgröße am
Magnetprüfstand von Thyssen Henschel
nachgewiesen werden.
Magnete mit
direkter Bewicklung des Magnetkerns in
E-förmiger Konfiguration mit Rückenspulen
kommen in den Transrapid-Fahrzeugen TR07 und TR08
zur Anwendung.
d) Verkehrssystem
U-LIM-AS (Anhang E)
Basierend auf den
Ergebnissen der Baugruppenentwicklung der
Projekte B, C und G wurde ein Verkehrssystem mit
asynchronem Kurzstatorlinearmotorantrieb und
elektromagnetischer Trag- und Führtechnik
konzipiert.
Am Rad von
Grenoble wurden die U-förmige Reaktionsschiene
und der asynchrone Linearmotor mit
elektromagnetischer Führung und Regelung durch
GTO-Inverter in Originalgröße installiert.
Die Ergebnisse der
Untersuchungen lassen sich wie folgt
zusammenfassen:
- Die
Auslegungsrechnungen für das neue Antriebssystem
unter Berücksichtigung der
Wechselrichterspeisung haben sich bestätigt.
- Die
Verträglichkeit von elektromagnetischer
Führtechnik und asynchronem Kurzstatormotor an
gemeinsamen Reaktionsschienen konnte nachgewiesen
werden.
- Alle
wesentlichen technischen Daten von Fahrzeug und
Fahrweg für die Systemauslegung und die
Investitionskostenermittlung konnten erarbeitet
werden.
Aufgrund der
positiven Ergebnisse wurde das Projekt STARLIM
(Annex J) beschlossen.
e) STARLIM (Anhang
J)
In diesem Projekt
wurde eine vollständige Auslegung eines
Verkehrssystems mit asynchronem
Kurzstatorlinearmotor und elektromagnetischer
Trag- und Führtechnik für den automatischen
Vorort- und Regionalverkehr durchgeführt.
Zur Analyse der
Wirtschaftlichkeit und zuverlässigen Prognose
der Vorteile gegenüber konventionellen
Nahverkehrssystemen wurde unter Beteiligung der
RATP die Referenzstrecke MARSEILLE - AIX EN
PROVENCE vergleichend untersucht.
Folgende Resultate
wurden erzielt:
- Das STARLIM -
System zeichnet sich durch geringe
Investitionskosten und kostengünstigen Betrieb
aus.
- Die geringen
Fahrgeräusche der berührungsfreien Fahrtechnik
erleichtern die Integration des Systems in
Wohngebiete.
- Geringe
Zugfolgezeiten mit kleinen Fahrzeugeinheiten und
hohe Anfahrbeschleunigung und
Betriebsgeschwindigkeiten sind die wesentlichen
Argumente für die Attraktivität des Systems
für Benutzer und Betreiber.
Es wurden
verschiedene Anwendungsprojekte in Frankreich und
Deutschland untersucht. Für die Realisierung
einer ersten Referenzstrecke wurde ein
detaillierter Zeitplan erarbeitet.
"Durch die
Arbeiten im Rahmen der Anlage J konnte die
Technologie der Magnetschwebebahn auf
" Regionalverkehrsanwendungen "
orientiert werden, an Stelle eines schweren
Eisenbahnsystems und einer leichten automatischen
U-Bahn auf pneumatischen Fahrwerken (VAL).
Für
Anwendungen mit geringerem Verkehrsaufkommen als
in den Vororten grosser Städte, wie
beispielsweise Paris, hat man also eine Technik
bestimmt, die im Vergleich zu den bereits
bekannten Techniken attraktiver sein könnte. Im
allgemeinen gibt es nämlich auf den
verkehrsreichen Verbindungen bereits
leistungsfähige klassische Fahrzeuge.
Die zu
erzielenden Eigenschaften sind die einer leichten
automatischen U-Bahn auf Reifen, mit einer
Geschwindigkeit bis zu 200 km/h, zur Verringerung
der Fahrzeit und zur Verwendung eingleisiger
Strecken unter Optimierung der
Infrastrukturkosten. Die Machbarkeit dieser
Technologie wurde zwar bewiesen, es war jedoch
nicht möglich, eine Anwendung zur Rechtfertigung
ihrer hohen Investitionskosten zu finden, da die
bestehenden Verkehrsmittel zu einer besseren
Abdeckung der Bedürfnisse angepasst werden
können. Des weiteren begünstigen die
Investitionskriterien zur Zeit andere
Lösungen."
|
 Pierre Etienne GAUTIER
SNCF

Dr.-Ing.
Georg Hölzl
Deutsche
Bahn AG
|
III - Kooperation im Rahmen von
Studien zur Aerodynamik (Anhänge D, F, K1 und
K2)
Bild 5 Bild 6 Bild 7
Wichtig bei der
Fahrzeugkonzeption auf dem Gebiet der
Magnetfahrtechnik und der elektromagnetischen
Leittechnik ist nicht nur der von der Zugkraft
auszugleichende aerodynamische Fahrwiderstand,
sondern auch die seitliche Verschiebekraft, sowie
die Fahrwiderstände bedingt durch Roll-,
Schlinger- und Nickbewegungen. Dies ist
insbesondere in Verbindung mit Seitenwind von
Bedeutung. Die Strömungsgünstig ausgelegten
Bugformen mit einem verhältnismässig niedrigen
Fahrwiderstand unterliegen verstärkt dem
Einfluß von Seitenwind. Dies macht eine
Anpassung der Führmagnete im vorderen
Fahrzeugbereich erforderlich. Die aerodynamische
Auslegung kann des weiteren im Hinblick auf den
Fahrkomfort nachteilige Werte annehmen
(Teilneutralisierung der Wagenkastenabstützung).
Bei neuen
Fahrzeugen hat es sich als unabdingbar erwiesen,
den Einfluss geometrischer Parameter des
Wagenkastenquerschnittes in Verbindung mit dem
Seitenwind systematisch zu analysieren :
Formradium insbesondere im Dachbereich,
Seitenwandneigung, sowie Breite und Höhe des
Wagenkastens. Diese experimentellen
Forschungsarbeiten wurden 1981 als Anhang D
aufgenommen. Sie bestanden aus Windkanalversuchen
mit verschiedenen gemeinsam erstellten Modellen.
Im Rahmen dieser
Forschungsarbeiten wurde das Verhältnis zwischen
der Seitenwindempfindlichkeit und dem Querschnitt
schneller Züge untersucht. Dank dieser
Forschungsergebnisse konnte eine deutliche
Verringerung des Seitenwindeinflusses
nachgewiesen werden, und zwar durch geeignete
Wahl der verschiedenen Biegungshalbmesser in der
Nähe des Fahrzeugquerschnittes (Fahrzeugseiten,
Dachbereich und Dachkanten).
Die Erhöhung der
Zuggeschwindigkeiten, insbesondere in Verbindung
mit dem Bau von Neubaustrecken, sowie an
verschiedene Tunnelbauvorhaben grosser Länge,
erfordern eine bessere Kenntnis aerodynamischer
Effekte im Tunnel. Ein Effekt von grundlegender
Bedeutung ist die Luftbewegung in dem
ringförmigen Bereich zwischen dem Zug und der
Tunnelwand, denn dieser beeinflußt weitgehend
den Fahrwiderstand der Züge und die
Luftgeschwindigkeit im Tunnel. Die klassische
Modellierung auf Grund der Annahme einer
gleichmässigen Verteilung der Geschwindigkeit in
diesem ringförmigen Bereich bildete diese
Erscheinungen schlecht nach.
Die entsprechenden
Arbeiten zum Anhang F begannen daher 1983. Dabei
ging es um die zweidimensionale Modellierung im
Rahmen der Berechnung der wirklichen
Fahrgeschwindigkeit in allen Punkten des
ringförmigen Bereiches, wodurch zahlreiche
grundlegende Grössen, wie beispielsweise der
Fahrwiderstand, realistischer berechnet werden
konnten. Windkanalversuche mit einer neuartigen
experimentellen Einrichtung führten zum Nachweis
der theoretischen Annäherung. Mit den im Rahmen
des Anhanges F entwickelten Rechenverfahren
konnten die durch die Zugfahrt im Tunnel
hervorgerufenen Phänomene mit guter Genauigkeit
vorausgesagt werden.
"Diese
Verfahren dienten der Modellierung der Zugfahrten
im Ärmelkanaltunnel."
Auf Grund der sehr
hohen Geschwindigkeit moderner Züge ist eine
Dominanz des aerodynamischen Schalls
festzustellen. Es schien also wünschenswert, den
Anteil der verschiedenen Schallquellen der
Hochgeschwindigkeitszüge zu bewerten. Deswegen
wurde Anhang K als Kooperationsthema im Bereich
der Schallabstrahlung von
Hochgeschwindigkeitszügen aufgenommen.
Der erste Teil der
Arbeiten zum Anhang K begann 1987. Er bestand in
der Bestimmung gemäß einer gemeinsamen Methode
zur Ermittlung der Schallabstrahlung der in
beiden Ländern vorhandenen
Hochgeschwindigkeitszüge TGV, ICE und
TRANSRAPID.
Der zweite Teil
der Arbeiten zum Anhang K begann 1994. Die
Arbeiten haben zum Ziel, ein besseres
Verständnis der Phänomene zu erhalten, die den
aerodynamischen Schall sowie bestimmte Geräusche
mechanischen Ursprungs erzeugen.
Die erzielten
Ergebnisse werden zur Verbesserung eines
allgemeinen Modells der Schallabstrahlung von
Hochgeschwindigkeitssystemen führen. Auf Grund
der Reduktionspotentiale an den
Einzelschallquellen wird dieses Modell es dann
erlauben, die insgesamt erreichbare
Schallminderung zu bestimmen.
" Die
Arbeiten zum Anhang K dienten der Identifizierung
und der Bestimmung der Pegel verschiedener
Schallquellen bei den
Hochgeschwindigkeitssystemen ICE, TGV und TR 07.
Im Rahmen des
Anhanges K2 wurden bestimmte aerodynamische
Phänomene (Schallerzeugung an den
Übergangstellen, sowie im Bereich der
Drehgestelle und des Stromabnehmers) vertieft
untersucht. Bestimmte mechanische Anregungen
(Schwellenabstand, Haftreibung/Gleiten) wurden
zum ersten Mal in diesem Umfang näher
untersucht. All diese Ergebnisse dienen der
besseren Kenntnis des Schallminderungspotentials
für Hochgeschwindigkeitsbahnsysteme."
"Fachlich
war die Arbeit in DEUFRAKO Anhang K sehr anregend
und interessant und es wurden für die DB AG
wichtige Erkenntnisse erzielt.
Besonders danke
ich meinem Vorgänger Herrn Breitling, der mit
seiner Ruhe und Geduld das Projekt tatkräftig
vorangetrieben hat"
|
 Daniel LANCIEN
Agence
ERTMS

Florian
KOLLMANNSBERGER
Deutsche
Bahn AG
|
IV- Zusammenarbeit im Bereich der
Bahnbetriebsleitsysteme (Anhänge M, P)
Bild 8
ANHANG M
Die Kooperation im
Bereich der Betriebsleitsysteme ist Gegenstand
des 1990 begonnenen Anhangs M. Das Ziel bestand
darin, bei der Spezifikation eines europäischen,
mit den bestehenden nationalen (ASTREE, DIBMOF),
europäischen oder internationalen Systemen
kohärenten Betriebsleitsystems (ARTEMIS), eine
Vorreiterrolle zu spielen.
Diese sich
ergänzenden Arbeiten hatten zwei Ziele :
- Bestimmung
der funktionalen Bedingungen und der
Architektur dieses neuen Systems durch
die Definition einer modularen,
anpassbaren Struktur zur
Berücksichtigung aller Auforderungen in
Sachen Sicherheit und Echtzeit-Management
des Zugbetriebs.
Dank des
TEAMWORK-Modelles führte dies zur
Beschreibung der funktionalen Spezifikationen
(FRS), der betrieblichen Prinzipien, der
technisch - funktionalen Architektur der
Strecken - und der Fahrzeugeinrichtungen,
aber auch der Struktur der zwischen Strecke
und Fahrzeug auszutauschenden Daten.
- Ein erster
technisch - funktionaler Ansatz für die
innovativsten Komponenten des neuen
Systems, insbesondere die
sicherheitsrelevante Geschwindigkeits-/
Wegmessung und die Zweiweg-
Datenübertragung per Funk.
Was den ersten
Punkt anbelangt, so wurden mit Hilfe von
Streckenversuchen eine detaillierte Spezifikation
aufgestellt.
Im Zusammenhang
mit der Funkübertragung bestand eine erste
Aufgabe in der Spezifikation der Leistung des an
die Menge und an die Häufigkeit des
Informationsaustausches zwischen Strecke und Zug
angepassten Übertragungsmediums. Danach wurden
verschiedene, auf die Bahnanforderungen
zugeschnittene (bestehende und künftige)
Funkstandards (GSM, RES 7, TETRA und DECT) in
technischer und in wirtschaftlicher Hinsicht
miteinander verglichen. Daraus - und aus
verschiedenen Versuchen im Anwendungsmaßstab auf
der DIBMOF-Versuchsstrecke in Deutschland, auf
der TGV-Strecke PARIS-CALAIS in Frankreich - ging
der GSM-Standard als eine interessante Basis für
die Funkübertragung hervor.
" Im
Bereich der Signaltechnik war DEUFRAKOM ein
bedeutender Wendepunkt. Die üblicherweise
nationale Vorgehensweise zwischen Auftraggeber
und Industrie wurde zugunsten einer bilateralen
Vorgehensweise aufgegeben. Dabei kamen
innovative, oft bahnunspezifische Techniken zur
Anwendung. Die ersten Schritte waren zwar
schwierig, denn man musste sich verstehen und
lernen, Kompromisse einzugehen, DEUFRAKOM führte
aber rasch zu einer freiwilligen Zusammenarbeit,
in einer Atmosphäre grosser Offenheit : die
Wette war gewonnen. Einige Jahre später führte
dies zu der Europäischen Wirtschaftsinteressen
Vereinigung der ERTMS-Anwender (European Railway
Traffic Management System).
Inzwischen
hatte man auf Grund der DEUFRAKO- und auch der
UIC-Arbeiten das neue europäische
Betriebsleitsystem ERTMS erstellt. Die
italienischen, danach die niederländischen, die
spanischen und die britischen Bahnen schlossen
sich der DB und der SNCF an. Die Dinge waren ins
Rollen gekommen ... und nicht mehr aufzuhalten...
|
 Bernard JEAN
SNCF

Eckhard
KUHLA
Deutsche
Bahn AG
|
ANHANG P
Bild 9 Bild 10 Die lange ausschliesslich
dem Militärbereich vorbehaltenen Techniken zur
Satellitenortung werden jetzt auch häufig im
Zivilbereich angewendet. Alle Verkehrsbereiche
(Land-, Luft- und Seeverkehr) überlegen zur Zeit
mögliche Anwendungen dieser Techniken zum
Flottenmanagement, aber auch zur Verfolgung und
zur Steuerung der Fahrzeuge. Zur Marktbewertung
werden internationale Projekte in die Wege
geleitet, und die Bahnen werden gebeten, ihre
Anforderungen zu beschreiben. Im Vergleich zu den
heutigen Techniken im Bahnbereich bieten die
Satelliten den Vorteil einer vollständigen
Abdeckung des Geländes; die Satellitentechnik
ist universal und verkehrsmittelübergreifend.
Die Verwendung von nicht spezifischen Techniken
mit einem offenbar hohen Entwicklungspotential
lässt des weiteren eine Reduzierung der
Betriebskosten erhoffen.
Die Zusammenarbeit
im Bereich der Ortung und der Telekommunikation
erfolgte im Rahmen des 1997 begonnenen Anhangs P.
Das Ziel dieses Anhangs besteht in einer
Zusammenstellung der Anforderungen und der
Zwänge der Bahnbetreiber im Bereich der Ortung
und der Telekommunikation, in der Analyse der bei
anderen Verkehrsmitteln verwendeten Lösungen und
in der Bewertung der wirtschaftlichen
Zweckmässigkeit von potentiellen Anwendungen.
Die verschiedenen
Techniken zur Satellitenortung und Kommunikation
und deren Anwendungsgrenzen wurden untersucht,
die Rückfallebenen und die entsprechenden
Hilfslösungen wurden beschrieben. Dabei wurde
eine Zusammenstellung der Techniken und deren
Grenzen erarbeitet. Zur Bestimmung der künftigen
Untersuchungen von Satellitenortungs- und
-kommunikationssystemen wurden bahneigene
Spezifikationen aufgestellt; ferner wurden die
verschiedenen Normen und Regelwerke zur
Verfeinerung der technischen Lösungen
analysiert. Zur Zeit werden zur Bestimmung der
Leistungen (Genauigkeit, Verfügbarkeit und
Sicherheit) Simulationswerkzeuge entwikkelt.
" Wir
haben mögliche Bahnanwendungen der
Satellitenortung systematisch untersucht und
aufgrund der erforderlichen Leistungen technische
Lösungen erarbeitet.
Am Anfang
dachten wir selbstverständlich an die im
Hinblick auf die Sicherheit sehr anspruchsvolle
Kontrolle der Zugfolge. Diese Untersuchung hat
jedoch gezeigt, daß weitere Anwendungen, wie
beispielsweise das sicherheitsunabhängige
Flottenmanagement, von grossem Vorteil sein
können und sofort zugänglich sind. Die Systeme,
die wir heute anwenden, dienen der Zugverfolgung.
Das Satellitensystem erlaubt es dagegen, in
Verbindung mit der Telekommunikation entsprechend
ausgerüstete Fahrzeuge zu orten, wo sie sich
befinden, im Zugverband oder einzeln,
gegebenenfalls über die Landesgrenzen hinaus und
unabhängig von den Gleisanlagen. Dies ist für
den Flottenmanager ausserordentlich interessant,
denn auf diese Weise kann er auf unvorhergesehene
Situationen in Echtzeit reagieren, und den
Zustand der Fahrzeuge oder des Ladegutes
überprüfen, falls die Ortung noch mit anderen
Informationen verknüpft wird. Im Konkurrenzkampf
werden sich diese Systeme unter dem Einfluss des
Straßenverkehrs bedeutend weiterentwickeln.
Falls wir keine Zeit verlieren wollen, müssen
wir rasch grössere Versuche starten, und zwar im
Güterverkehr und Personenverkehr. Gleichzeitig
werden wir mit der DB entsprechende Entwicklungen
starten : ein Simulationsinstrumentarium zur
quantitativen Bewertung der Verfügbarkeit der
Satelliten in unserem Umfeld, sowie die
Aufstellung von Prinzipien für die digitale
Karte unserer Strecken."
|
 Jean-Pierre CHENAIS
GEC
ALSTHOM

Dr.
Ing. habil. Uwe HENNING
Siemens
AG, Erlangen
|
V - Zusammenarbeit zur
Anwendung der Supraleitung im Bereich der
Bahntraktion (Anhang N)
Sollten in den
Jahren 2010/2020 die Hochgeschwindigkeitszüge
(ICE und TGV) im internationalen Verkehr mit ca.
400 km/h eingesetzt werden, dann wäre der
herkömmliche Transformator zu schwer und er
würde zuviel Raum in Anspruch nehmen. Ausserdem
würde der Einbau dieses Transformators in Zügen
mit verteilter Motorleistung (insbesondere in
Verbindung mit der Neigetechnik) zu einer starken
Einengung führen.
In diesem
Zusammenhang besteht eine der Möglichkeiten in
der Verwendung der Supraleitung. 1993/1994 wurde
daher im Rahmen der ersten Phase des Anhangs N
die Machbarkeitsstudie für einen
supraleitfähigen Transformator mit
Niedertemperatur durchgeführt. Ein solcher
Transformator - der mit allem Zubehör etwa die
Hälfte eines herkömmlichen Transformators
gewogen hätte - erwies sich als machbar. Er ist
zwar teurer, aber seine Wirtschaftlichkeit ist
durch die dank dem Wirkungsgrad von ca. 1 zu
erzielende Energieeinsparung gesichert. Gemäß
dem ebenfalls aufgestellten Forschungsprogramm
könnte binnen fünf Jahren ein Transformator in
echter Grösse, zur Durchführung von
Prüfstandsversuchen und von Versuchen an Bord
eines Fahrzeuges, gebaut werden.
Die Frage der Wahl
des Supraleiters mit niedriger (4°K) oder mit
hoher Temperatur (77°K) stellte sich von Anfang
an. Bis 1996 schien lediglich die Technologie der
niedertemperatur sinnvoll zu sein, aber heute
lässt sich diese Wahl auf Grund der Fortschritte
bei der Technologie der Hochtemperatur in Frage
stellen. Der Hauptvorteil der Technologie der
Hochtemperatur bestünde in dem verwendeten
Kühlmittel: das seltene und teuere flüssige
Helium und sein Umfeld (Kühlaggregat und
Kryostat) könnten durch flüssigen Stickstoff
(ein industrielles Produkt) ersetzt werden.
Die erste
Forschungs- und Experimentierphase soll zu einem
1 MVA-Transformator führen. Wie es im Falle der
Verwendung einer Technologie mit
Niedertemperatur vorgesehen war, werden die
Phasen 2 und 3 in dem Bau eines Transformators in
echter Grösse (6 MVA) für die Durchführung von
Prüfstandsversuchen, und danach von Versuchen an
Bord eines Fahrzeuges münden.
Für die Vision
eines bis zum Jahre 2020 europaweit
durchgängigen Hochgeschwindigkeits-Bahnnetzes
sind zur Verkürzung der Fahrzeiten höhere
Betriebsgeschwindigkeiten der Fahrzeuge
erforderlich. Dies bedingt eine Erhöhung der im
Fahrzeug installierten Traktionsleistung. Bei
Einsatz von konventionellen Transformatoren mit
Leitermaterial auf Kupferbasis würden sich
Baugröße ebenso wie das Gewicht des Systems auf
unzulässige Größenordnungen erhöhen, wenn man
den gegenwärtig ohnehin nur mäßigen
elektrischen Wirkungsgrad solcher Transformatoren
nicht weiter verringert. Bei einer angestrebten
Verbesserung des Wirkungsgrades steigen Gewicht
und Volumen des konventionellen Transformators in
nicht vertretbare Bereiche an.
1993 / 1994
wurde in einer Kooperation zwischen Siemens und
GEC Alsthom gemäß Anhang N im Rahmen einer
Studie die generelle Einsetzbarkeit der
Supraleitung auf Schienenfahrzeugen nachgewiesen.
Die Untersuchungen wurden am Beispiel der
metallischen Supraleitung durchgeführt. Dafür
wären Betriebstemperaturen von 4 K
erforderlich, die nahe am absoluten Nullpunkt
liegen und daher einigen technischen Aufwand
erfordern. Die Entwicklung der Supraleitung ist
durch die technische Realisierbarkeit von
keramischen Hochtemperatur-Supraleiten, deren
Betriebstemperatur im Bereich von 77 K
liegt, weiter fortgeschritten. Zukünftig können
daher Transformatoren mit Wicklungen aus
Hochtemperatur-Supraleitern versehen werden. Die
Kühlung dieses Leitermaterials kann dabei durch
flüssigen Stickstoff erfolgen, was
beispielsweise einen geringeren Aufwand in der
Auslegung der Kälteanlage erfordert.
Im Rahmen des
gegenwärtig laufenden Forschungsvorhabens soll
die Realisierung des serienreifen Einsatzes der
Hochtemperatur-Supraleitung auf
Schienenfahrzeugen vorbereitet werden. Das
Vorhaben befaßt sich mit Konstruktion und Aufbau
eines stationären Demonstrations-Transformators
mit einer Leistung von 1 MVA. Das Vorhaben
wird wieder im Rahmen des DEUFRAKO-Abkommens in
Arbeitsgemeinschaft zwischen Siemens und GEC
Alsthom durchgeführt.
Schon vor der
Inbetriebnahme des Demo-Transformators zeigen
sich für den Fahrzeugbetreiber folgende
Einsparpotentiale:
- Massen- und
Volumenreduktion des Transformators um 40 %
gegenüber einer konventionellen Lösung
- Steigerung des
elektrischen Wirkungsgrades auf über 99 %.
Die verringerte
Systemmasse hat für den Betreiber des
Bahnfahrzeugs weitreichende Konsequenzen. Durch
die verringerte Achslast reduziert sich der
Verschleiß an Radsätzen, Schiene und
Bahnkörper ganz erheblich; dies gilt
insbesondere bei den für die Zukunft
angestrebten hohen Endgeschwindigkeiten. Durch
das verringerte Massen- und Bauvolumen eines
supraleitenden Transformators sind auch
Mehrsystemfahrzeuge für den
grenzüberschreitenden Bahnverkehr einfacher zu
konzipieren und damit kostengünstiger. Hier
liegt ein bedeutendes Potential zur Senkung der
Betriebskosten und zur Verbesserung der
Interoperabilität von
Hochgeschwindigkeitszügen.
Nach Abschluß des
gegenwärtigen Entwicklungsvorhabens sollen neben
dem stationären Demo-Transformator auch die
erforderlichen Konstruktionsunterlagen zum Bau
eines An-Bord-Prototyps voller Leistung zur
Verfügung stehen. In einem Folgeprojekt soll
daher die Konstruktion, der Zusammenbau, der
stationäre Test sowie die Erprobung dieses
Prototyps auf einem Versuchsträger durchgeführt
werden, um die Serienreife dieses supraleitenden
Transformators vorzubereiten.
"Mit dem
Projekt Supraleitung auf Schienenfahrzeugen
leisten wir einen bedeutenden Beitrag, um dem
Wunsch der Betreiber nach einer leistungsstarken,
leichten, energiearmen, umweltfreundlichen und
effizienten Bahn noch besser entsprechen zu
können. Nach Abschluß des gegenwärtig
laufenden Demonstrationstransformator - Vorhabens
ist die Fahrzeugerprobung dieser neuen
zukunftsweisenden Technologie vorgesehen."
|
 M. VAROQUAUX
SNCF

Eckhard
KUHLA
Deutsche
Bahn AG
|
VI - Frachtexpress (Anhang O)
Bild 11
Auf den
europäischen Autobahnen nimmt das Staurisiko
ständig zu, sodass die Betreiber von
Hochgeschwindigkeitsgüterverkehr in Erwägung
ziehen, langfristige Alternativen zu entwickeln.
Mit den Infrastrukturen für den bodengebundenen
Hochgeschwindigkeitsverkehr wird es in den
kommenden Jahren möglich sein, diesem Rechnung
zu tragen.
Im Rahmen von
DEUFRAKO haben die beiden Bahnen 1996
beschlossen, folgende drei Punkte zusammen zu
bearbeiten :
- Marktstudie
zum Express-Güterverkehr,
- Spezifikation
der Ladeeinheiten, Beförderungs- und
Befestigungseinrichtungen,
- Schnittstellennormierung
zur Integration des interkontinentalen
Luftverkehrs und des kontinentalen Bahn
und Straßenverkehrs.
Bei der Prüfung
der Bedürfnisse der potentiellen Kunden
(Betreiber des
Hochgeschwindigkeitsgüterverkehrs,
Luftverkehrgesellschaften) wurden die Interessen
des Marktes am
Schienenhochgeschwindigkeitsverkehr bestätigt :
Konkurrenz mit dem Flugzeug auf mittleren
Entfernungen, dank einer Organisation in Form von
Hubs, was tatsächlich bessere Fahrpläne
entspricht.
Regionale
Untergruppen haben die jedem Flughafen
entsprechenden Lösungen untersucht : Bestimmung
der Austauschbahnhöfe, Verbindungen mit den
Integratoren, Transfermittel.
Ein theoretisches
Betriebskonzept d.h. Verbindungen, Fahrpläne,
aber auch funktionale Spezifikationen für die
Fahrzeug und die Zugart wurde untersucht.
Nach einer
Überprüfung der voraussichtlichen Nachfrage
wurde folgendes logistisches Profil erarbeitet :
- 3 Stunden
Fahrzeit zwischen dem Brüsseler Hub und den
nationalen Eingangspunkten von Paris, Köln
und Frankfurt,
- Zeitspannen
: Beförderung zum Hub zwischen 21 und 24
Uhr, Abfahrt vom Hub zwischen 3 und 6 Uhr.
-
Handelsübliche Luftcontainer.
Die Untersuchung
der Verbindung zwischen den Flughafen und dem
Hochgeschwindigkeitsverkehrsnetz zeigte, dass im
Jahr 2005 lediglich der Frankfurter Flughafen in
so kurzer Zeit bedient werden könnte, da alle
anderen Bahnverkehrsverbindungen sich zu diesem
Zeitpunkt noch im Planungszustand befinden.
Unter
Berücksichtigung dieses logistischen Profils und
der Annahmen bezüglich der Eisenbahnverbindungen
wurde ein Betriebskonzept entwickelt. Im Falle
eines Transportvolumens von ca. 100 Tonnen pro
Tag (im Jahr 2005) zwischen Frankfurt und Paris
einerseits, zwischen Paris und Brüssel
andererseits, scheint die Shuttle-Variante (mit
Umladung in Brüssel) im Vergleich zum
Linienkonzept die wirschaftlichste Lösung zu
sein.
" Mit
dem Projekt des
Hochgeschwindigkeitsgüterverkehrs konnten wir
die betriebliche Machbarkeit des Güterverkehrs
bei ca. 200 km/h beweisen. Nun ist es wichtig,
daß die Unternehmen Initiativen ergreifen um die
langfristige Kundenbedürfnisse
abzudecken. "
|
 Hans-Peter NEUBAUR
DORNIER
SYSTEM CONSULT

Claude
SOULAS
INRETS
|
VII - Fachwörterbuch
Schnellbahnen (Anhang H)
Für eine
interdisziplinäre und grenzüberschreitende
Kooperation im Bereich der Schnellbahnforschung
ergab sich das Erfordernis einer einheitlichen
und eindeutigen Terminologie für
technisch-wirtschaftliche Begriffe und deren
Inhalte. Zu diesem Zweck wurde ein
Kooperationsprojekt initiiert mit dem Ziel, ein
Fachwörterbuch zu Schnellbahnsystemen zu
erarbeiten, um die Zusammenarbeit und den
Informationsaustausch über technologische
Entwicklungen zu erleichtern.
Eine
deutsch-französische Arbeitsgruppe aus
Ingenieuren und Dolmetschern von INRETS, SNCF,
Deutscher Eisenbahn Consulting und Dornier
erarbeitete die Begriffe und Definitionen, die
englische Basisübersetzung wurde von Transport
Canada beigesteuert.
Das
Nachschlagewerk ist dreisprachig aufgebaut und
beinhaltet nicht nur Begriffe sondern
insbesondere auch ausführliche Definitionen aus
den Fachthemengebieten Technik, Verkehr und
Sozioökonomie in den drei Sprachen Deutsch,
Französisch und Englisch. Insgesamt wurden über
1000 der wichtigsten Begriffe aus den Bereichen
der Rad/-Schiene- und Magnetbahntechnologie
erfaßt. Die Auswahl orientierte sich dabei an
den Bedürfnissen von Entwicklern und Betreibern
von Schnellbahnsystemen, Behörden,
Forschungsinstituten und Fachübersetzern. Neben
den europäischen Bahntechnologien wie ICE, TGV
und TRANSRAPID wurden auch die japanischen
Entwicklungen auf diesen Gebieten
berücksichtigt. Zusätzlich zur
Veröffentlichung als eigenständiges Fachbuch
sind die jeweiligen Begriffe inzwischen auch in
das in seiner neueren Fassung in Form
einer CD-ROM vorliegende UIC -Fachlexikon
aufgenommen worden und werden in diesem
Zusammenhang auch noch in andere Sprachen
übersetzt.
"Im Laufe
der Arbeiten wurde deutlich, daß bislang bei
Übersetzungen häufig gebrauchte Begriffe auf
Grund der unterschiedlichen technischen
Entwicklungen und Nutzungen in den betrachteten
Ländern sehr häufig recht abweichende sachliche
Inhalte wiedergaben. Somit war es am wichtigsten
und auch am anspruchvollsten, die Definitionen
und die Begriffe zu formulieren und im in Detail
abzugleichen. Aus deutscher Sicht kann die
Zusammenarbeit mit den französischen
Arbeitsgruppenmitgliedern in fachlicher wie auch
in projektmäßiger Hinsicht nur als exzellent
bezeichnet werden. Auch die Zusammenarbeit mit
den kanadischen Stellen war unter
Berücksichtigung des Umstandes, daß Kanada
anders als Frankreich keine vergleichbare
maßgebliche Entwicklung von
Schnellverkehrssystemen betreibt, sehr
wertvoll."
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